10 Fehler, die wir vermeiden sollten

Diesmal wollen wir 10 Fehler anschauen, die jemand vermeiden sollte, der nach der CM Pädagogik unterrichtet. Das soll uns dabei helfen, uns immer wieder zu reflektieren und zu verbessern. 

 

 

Fehler 1: Vergessen, dass das Kind eine eigene Persönlichkeit ist

 

Eines der Haupt-Prinzipien der CM-Methode lautet:

„Das Kind ist eine Person mit allen Stärken und Grenzen, die seine Persönlichkeit ausmachen“ (Home Education, S. 4).

Jedes Kind ist einzigartig. Es ist nicht jemand, der gerade eine bestimmte Klasse besucht oder dem ein Schild umgehängt wird. Mache dir Gedanken über deine Kinder und arbeite mit jedem Kind individuell.

 

Fehler 2: Entscheidungen aus Furcht heraus treffen

 

Es passiert schnell, dass man sich nach den Erwartungen der anderen richtet – Was werden meine Verwandten denken? Wie wird mein Kind bei standardisierten Tests abschneiden?

Obwohl es nicht unbedingt schlecht ist, sich über diese Fragen Gedanken zu machen: Achte darauf, dass du dich davon nicht antreiben lässt. Eine aus Furcht getroffene Entscheidung erkennst du daran, dass du versuchst, etwas zu vermeiden. Du versuchst alles daran zu setzen, damit gewisse Befürchtungen nicht eintreffen.

Viel besser wäre es, deine Entscheidungen pro-aktiv zu treffen, indem du gut durchdachte Schritte überlegst, wie du dein klar definiertes Ziel erreichen kannst. Eines dieser Ziele sollte sein, die Lust des Kindes am Lernen zu kultivieren und es als individuelles von Gott speziell geschaffenes Wesen zu sehen. Wenn du deinen Verstand und dein Herz für dieses Ziel einsetzt, wirst du dich nicht so sehr nach den Meinungen und dem Vergleich mit anderen Menschen richten.

 

Fehler 3: Beim Nacherzählen unterbrechen

 

Ärgerst du dich nicht, wenn du den Faden verloren hast, weil dich jemand unterbrochen hat? So geht es auch deinem Kind. Charlotte erinnert uns daran, dass wir ein Kind, das gerade nacherzählt, nie unterbrechen sollen (A Philosophy of Education, S. 172). Für einige von uns ist das einfach. Andere finden das schwierig. Einige finden es toll, wenn es in der Nacherzählzeit zur Diskussion kommt und es zu einem Geben und Nehmen in der Unterhaltung kommt.

Verwechsle die zwei Dinge aber nicht. Nacherzählen ist etwas anderes als eine Diskussion. Gib dem Kind eine Chance, damit es seine Gedanken sammeln, einen Satz bilden und seine Ideen zusammenhängend präsentieren kann. Ist das Kind mit dem Erzählen fertig, kannst du etwas ergänzen und eine Diskussion erlauben.

Weitere Hilfe bekommst du im kostenlosen e-Buch: Five Steps to Successful Narration.

 

Fehler 4: Die Naturstudie wie eine Unterrichtsstunde im Freien behandeln

 

Spaziergänge in der Natur sollten spontane Möglichkeiten für Entdeckungen bieten. Sie legen den Grundstein für zukünftige Naturwissenschaftslektionen. Charlotte beklagte sich und sagte „Wir wissen, wie wichtig es ist, die Natur zu erforschen, aber wir machen viel kaputt, indem wir sie anderen beibringen wollen!“ (Formation of Character, S. 396). Natürlich kannst du ein Ziel haben und deine Schüler auf ein bestimmtes Augenmerk lenken, aber denke daran, ihnen genügend Möglichkeiten und Zeit für ihre eigenen Entdeckungen zu geben. Achte dabei darauf, nicht zu viele Informationen parat zu haben.

 

Fehler 5: Gewohnheiten vernachlässigen

 

Die meisten von uns sind auf den akademischen Fortschritt fixiert und übertragen dieses Ziel auf den Heimunterricht. Aber der akademische Aspekt macht nur ein Drittel des CM Unterrichts aus. Der Unterricht zeigt sich an der Atmosphäre (du und dein Zuhause), an der Disziplin (der Gewohnheiten) und am Leben selbst (lebendige Ideen). Die Disziplin der Gewohnheit macht zumindest ein Drittel des gesamten Unterrichts aus (School Education, S. 99).

Gewohnheiten einzuüben ist das Um und Auf bei der „Schularbeit“! Fühl dich nicht schuldig, wenn du eine Geschichte-Lektion nicht fertigmachen kannst, weil du gerade dabei bist eine Gewohnheit einzutrainieren. Im Großen und Ganzen unterrichtest du noch immer, weil du mithilfst, das Kind zu formen, das es einmal als Person sein wird. Dabei spielt das Einüben von Gewohnheiten eine große Rolle.

Unsere Informationen Laying Down the Rails family of resources sind dafür da, diesen wichtigen Aspekt des Unterrichts genauer anzuschauen.

 

 Fehler 6: Trockene Fakten unterrichten

 

Denk daran, dass der Unterricht durch großartige Ideen und lebendig geschriebene Bücher zum Leben erweckt wird. Die meisten der erhältlichen Unterrichtsmaterialien konzentrieren sich nur auf reine Fakten, während CM sagt, dass es „unsere Aufgabe ist, den Kindern die großen Ideen des Lebens, der Religion, der Geschichte und der Naturwissenschaft zu vermitteln“ (A Philosophy of Education, S. 40). Die Fakten sind noch immer dieselben. Aber sie sind verpackt in den großen Ideen, die sich im jeweiligen Kind verankern und die ihm helfen, als Person zu reifen.

Gib dich nicht zufrieden damit, dass du dein Kind mit trockenen Fakten abfertigst.

 

Fehler 7: Zwischen dem Kind und einer großartigen Idee stehen

 

Widerstehe der Versuchung, dem Kind nur in kleinen Portionen das zu vermitteln, was du für richtig hältst. Such dir stattdessen ein gutes und lebendig verfasstes Buch aus, das großartige Ideen vermittelt und welches selbst das Unterrichten bzw. das Lehrersein übernimmt. Je mehr du über eine bestimmte Idee redest, desto weniger wird das Kind geneigt sein, es als seine eigene Idee anzunehmen. Streu einfach den Samen aus und vertrau, dass er Wurzeln schlägt.

„Ist unseren Lehrern überhaupt bewusst, wie das viele Reden unseren Verstand kaputt macht?

Eine begeistert vorgelesene Geschichte trägt sicherlich mehr dazu bei, in einem Kind zu bewirken, dass es seine Ohren spitzt und gespannt zuhört. Nur wenige von uns halten sich selbst für inspirierend. Die meisten finden es sehr schwierig, die Aufmerksamkeit der Schüler in einer Klasse lange zu halten. Wir machen uns selbst dafür verantwortlich, wobei die Schuld meistens an der Methode liegt, die wir benutzen. Es liegt an der verwässerten mündlichen Lektion, die wir darbieten, anstatt ein interessantes und fesselnden Buches zu verwenden." (School Education, S. 229)

 

Fehler 8: Steckenbleiben in fixem Stundenplan

 

Wenn du einen Stundenplan gefunden hast, der gut passt, ist es einfach, das Programm immer wieder gleichermaßen abzuspulen. Aber denk daran, dass du nicht im selben Trott steckenbleibst und bring immer wieder Abwechslung in das Semester hinein.

Du musst nicht ständig das Rad neu erfinden, aber mach nicht die gleichen Fächer immer wieder zur genau derselben Zeit durch. Tagaus, tagein, jahrein, jahraus.

Such dir einmal einen anderen Tag für das Naturstudium aus. Tausche die Tage, wo du eine Bildstudie oder einmal eine Musikstunde machst. Bau einmal ein Shakespeare Stück ein oder verbringe einmal pro Woche einen Tag mit Freunden im Park. Brich aus der Routine aus und bringe Abwechslung in den Unterricht hinein.

 

Fehler 9: Schlampige Arbeiten akzeptieren

 

Denk daran: Es gibt einen Unterschied zwischen Arbeiten, die aufgrund von Zeitdruck schlecht gemacht sind oder die schlecht gemacht werden, weil sie nicht richtig verstanden wurden. Überlege dir gut, wie du die Aufgaben für jedes Kind gestaltest, damit es sein Bestes geben kann. Jedes Mal, wenn das Kind eine Arbeit bekommt, denk daran:

Niemals soll das Kind eine Arbeit erledigen müssen, die nicht perfekt gemacht werden kann. Perfektion soll für das Kind eine Selbstverständlichkeit sein“ (Home Education, S. 160).

 

Fehler 10: Etwas unnötig schwer machen für das Kind

 

Jemand, der erst kurz nach der CM-Methode unterrichtet, sagt für gewöhnlich Folgendes: „Das kann doch unmöglich so leicht sein“ oder „Das kann doch nicht so viel Spaß machen“. CM sagt dazu: „Natürlich kann es so leicht sein und Spaß machen!“. Sie sagt, dass wir mit dieser Methode fähig sind „mehr Abwechslung in die Fächer hinein zu bringen, in jedem Fach mehr zu arbeiten als normalerweise üblich und erst noch in einer kürzeren Zeitspanne. Warum? Weil Kinder, die auf diese Weise unterrichtet werden, sich erstens angewöhnen, genau aufzupassen und zweitens durch ständiges Interesse getrieben werden.“ (School Education, S. 240).

 

Die Charlotte Mason Methode konzentriert sich auf Qualität statt Quantität. Durch die kurz gehaltenen Lektionen wird von den Schülern volle Konzentration erwartet. Außerdem wird von ihnen erwartet, dass jeder sein Bestes leistet. Vom Elternteil fällt der Druck ab, alles wissen zu müssen. Er verlässt sich auf die großartigen Autoren und lebendig geschriebene Bücher, welche einen Großteil des Unterrichtens ausmachen.

Das Kind wird Schritt für Schritt herangeführt, selbstständig Dinge zu erarbeiten und entwickelt so die Lust am Lernen. Die CM-Methode ist unglaublich einfach und effektiv.

Mach es also nicht schwieriger als es ist. Mach es nicht so, wie du den Unterricht aus deiner eigenen Schulzeit kennst. Lass einfach den ganzen Ballast hinter dir und genieße diese wunderbare Möglichkeit, gemeinsam mit deinem Kind nach der Charlotte Mason Pädagogik zu lernen!

 

 

Quelle des Artikels: 

https://simplycharlottemason.com/blog/10-mistakes-charlotte-mason-homeschoolers-avoid/