Literatur - das Herzstück der Bildung!

Im Literaturunterricht sollen etwa 4 - 8 Bücher pro Jahr geplant werden, die sehr genau mit den Kindern gelesen und nacherzählt werden. Man kann sie auch als Familie vorlesen, aber: Nacherzählen nicht vergessen!

 

Beim Durchführen gilt: Qualität vor Quantität!!! Also lieber 4 Bücher gründlich lesen und geniessen, als durch 8 Bücher hindurchzustressen und nur flüchtige Nacherzählungen zu machen. Was man im Unterricht nicht lesen kann, können die Kinder ja in der Freizeit noch lesen - da sind die Nacherzählungen dann absolut freiwillig! 

 

Dies sind auch die Bücher, die wir Mütter (oder Väter!) selber lesen sollten, um sie effizient mit den Kindern zu besprechen. Ich nutze die Ferien und Wochenenden, um diejenigen Bücher zu lesen, die die Kinder selbständig lesen werden. Im Optimalfall notiere ich mir zu jedem Kapitel einige Stichworte und 2-3 Diskussions-Fragen.

 

Die Bücher, die ich vorlesen werde, muss ich nicht so genau voraus lesen. Da reicht es, kurz die ersten paar Kapitel zu überfliegen.

 

 

P.S:

Was mit Nacherzählen genau gemeint ist und wie es funktioniert, ist hier ausführlich erklärt. Das Nacherzählen ist sehr wichtig! Ich kann es kaum genug betonen!

 

Wichtiger Buch-Tipp:

Literatur im Deutschunterricht, Deutungen aus christlicher Sicht, Sebastian Engelhardt, Michael Hagebäck

Dieses Buch ist ein Muss für alle christlichen Homeschoolers! siehe hier

Die genannten Bücher werden in der Regel vorgelesen, ab Klasse 3 teilweise auch selbständig gelesen. Für Klasse 1 und 2 ist speziell erwähnt, wenn die Kinder das Buch selbständig lesen sollten.

1. Klasse:

  • Äsops Fabeln, neu erzählt von Gisbert Haefs (Dies ist DAS Buch für den Beginn in der ersten Klasse. Es eignet sich hervorragend, um das Nacherzählen zu üben. Gleichzeitig können die Sprichwörter als copy work / Abschreibübungen benutzt werden.)
  • Die kleine Eule, Jill Tomlinson (eines unserer Kinder fand die Fabeln mit 6 Jahren noch zu traurig, also begann ich mit diesem Buch über die kleine Eule. Es wurde zu seinem Lieblingsbuch. Ich las täglich 1/2- 1 Kapitel vor und das 6-jährige Kind musste nur 2x einen Abschnitt nacherzählen. Die Länge des Abschnitts passte ich dem Kind an.)
  • Die Zugmaus, Uwe Timm (auch sehr gut geeignet für 6-Jährige. Kurze Kapitel. Bezug zu Geographie und Kleintieren (Mäuse))
  • Rösslein Hü, Ursula M. Williams (ich erzähle ein Kapitel pro Tag. Ein 6-jähriges Kind erzählt 2-3 Abschnitte nach, der Rest erzählt ein älteres Kind nach)
  • Peter Hase, Beatrix Potter (Dieses Buch ist auch sehr gut geeignet zum Nacherzählen. Die Bilder helfen dabei.)
  • Hanno malt sich einen Drachen, Irina Korschunow (es sind meistens recht kurze Kapitel, sodass es sich zum Nacherzählen gut eignet. Für Nacherzähl-Anfänger ev. jede einzelne Seite nacherzählen lassen.)
  • Kleiner Bruder Watomi, Käthe Recheis

  • Der Findefuchs, Irina Korschunow (Dieses Buch ist EIN HIT! Bitte erst verwenden, wenn das Kind genug gut selbständig lesen kann. Es eignet sich zum Selberlesen im Unterricht und anschließend soll jedes Kapitel (oder bei langen Kapiteln einige Seiten) nacherzählt werden. Ev. auch erst in der 2. Klasse verwenden!)

2. Klasse:

  •  Frosch und Kröte, Arnold Lobe (dieses Buch ist ebenfalls ENORM GENIAL und sollte von den Kindern selbständig im Unterricht gelesen und nacherzählt werden. Auch hier gilt: so lange warten, bis das Kind dieses Buch mit Freude selbständig liest!)
  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Michael Ende (gut mit den Kindern besprechen, spannend wären Fragen wie: Was ist anders als in unserem Leben? Wie sieht die ideale Welt im Buch aus? Was stört diese ideale Welt? Was ist die Lösung, damit diese Welt wiederhergestellt wird?)
  • Unter dem Buyubaum, Paul White (nicht für Vorschulkinder geeignet, da zum Teil traurig, aber unsere Jungs mochten das Buch ab der 1./2. Klasse.)

3. Klasse:

  • Die schönsten Märchen der Gebrüder Grimm (Sorgfältig ausgewählte Märchen können vorgelesen werden. Ich würde meine Kinder nicht mit allen Märchen bekannt machen, aber einige sind wirklich schön und haben teilweise sogar eine gute Lehre. Dieses Buch hat wunderschöne Bilder und spricht die Kinder an. Die Bilder helfen ungemein beim Nacherzählen.)

4. Klasse:

  • Winnetou, Karl May (hier gibt es eine kurze, kindgerechte Einführung zu Karl May zum Downloaden)
  • Der Wind in den Weiden, Kenneth Grahame (noch besser ist eine Übersetzung von  Anne Löhr-Gössling falls ihr die finden könnt. Stuttgart: Thienemann, 2005)
  • Shakespeare siehe unten

5. Klasse:

  • Die schwarzen Brüder, Lisa Tetzner (ein geniales Buch, nicht nur für Jungs, unbedingt die lange Original-Version wählen.) Einige Fragen/Diskussionsthemen kann man von diesem PDF benutzen oder hier downloaden.
  • Herr der Diebe, Cornelia Funke (Dies ist das einzige empfehlenswerte Buch von Funke.)
  • Die Familie Pfäffling, Agnes Sapper
  • Robinson Crusoe, Daniel Defoe (Oft fallen die christlichen Bezüge weg, deshalb empfehlen wir, mit diesem Buch zu vergleichen/ergänzen.)
  • Goethe siehe unten

6. Klasse:

 

  • Schattenkinder, Margaret P. Haddix (packend, leicht lesbar, wichtige ethisch-politische Fragen. Hier gibts eine Unterrichtshilfe; davon kann man viele Narration-Fragen nehmen. Eine echte Hilfe.) TIPP: Da es leicht zu lesen und sehr spannend ist, könnte man es auch auf Englisch lesen lassen, dh in der Originalsprache!
  • Die Schatzinsel
  • Wunder, Palacio
  • Beowulf, Sutcliff
  • Tal der Liebe, Hong
  • Don Quijote, Heichen
  • Die Nibelungen, Lechner

7. Klasse:

  • Die wundersame Weltreise des Jonathan Blum, Rainer M. Schröder (eine spannende und sehr fantasievolle Geschichte über den jüdische Jungen Jonathan Blum auf seiner Suche nach Freiheit , die ihn um die ganze Welt führen wird.)
  • Schattenkinder, Margaret P. Haddix (siehe oben). Dieses Buch wird typischerweise im 6. Schuljahr gelesen, geht aber auch noch im 7. Ist leicht zu lesen. Ev. in Englisch lesen.
  • Ivanhoe, Sir Walter Scott. Hier gibt es das Buch in Englisch. Studyguide zu Ivanhoe gibt es hier (in englisch). Das Buch ist anspruchsvoll, ev. auch im 8. oder 9. SJ lesen.
  • Zwei alte Frauen, Wallis
  • Der Graf von Chanteleine, Verne
  • In Nacht und Eis, Nansen
  • Die Großen der Welt

  • Unterwegs nach Bigorra

  • Kinderkarawane

  • Der schweizerische Robinson

  • Weihnacht, May

8. Klasse:

  • Romulus der Grosse, Friedrich Dürrenmatt (Geniale Komödie. Wärmste Empfehlung. Bezug zur Römerzeit.) 
  • Geld und Geist,  Jeremias Gotthelf (sehr guter christlicher Bezug. Braucht zwischendurch etwas Ausdauer zum Lesen, lohnt sich aber)
  • Die schwarze Spinne, Jeremias Gotthelf (in dieser Fassung sehr einfach und mühelos zu lesen. Hier gibt es Fragen zum Buch.)
  • Lederstrumpf, James Fenimore Cooper

  • Der letzte Mohikaner, James Fenimore Cooper
  • Herr und Knecht, Tolstoi
  • Faust, Goethe
  • Die Seltsamen

  • Wilhelm Tell, Schiller
  • Der Verbrecher aus verlorener Ehre, Schiller
  • Der Jedermann, von Hofmannsthal

9. Klasse:

  • David Copperfield

  • Die Judenbuche

  • Der Tod des Iwan Iljitsch, Tolstoi
  • Die Physiker, Dürrenmatt
  • Das Bildnis des Dorian Gray, Wilde
  • Damals war es Friedrich

  • Ich bin David

  • Der Schimmelreiter

  • Die schwarze Galeere

  • Das Fräulein von Scuderi

  • Sonnenpfeil

  • Eine Weihnachtsgeschichte, Charles Dickens

Shakespeare:

Soll man sich im deutschsprachigen Raum ausgiebig mit Shakespeare beschäftigen? Diese Frage stellte ich mir lange, denn wir haben das in der Schule NIE gelesen. Die Antwort habe ich in dem oben erwähnten Buch "Literatur im Deutschunterricht" gefunden:


"Die Theaterstücke von Shakespeare sind die Urmeter aller dramatischen Werke - kein literarisches Thema sparen sie aus. Gewaltig in der Sprache, tiefsinnig in der Reflexion, reich an historischem Wissen, gewähren sie Einblick in das Wesen des Menschen, seine Schwächen und Leidenschaften ebenso wie seine Grösse. (...) Die Shakespeare-Geschichten schöpfen aus der Fülle unserer abendländischen Kultur und bilden einen Massstab für alles, was danach an dramatischen Texten geschaffen wurde. Shakespeare nimmt den Menschen so in den Blick, wie er ist: ein Sünder, der sich nach Liebe und Erlösung sehnt, aber auch nach Macht und Anerkennung. Weil diese Sichtweise eine realistische ist, können die HAndlungsträger nicht immer vorbildlich sein. Sie sind eben in die Verwicklungen des Lebens verstrickt. Doch anders als bei moderner Literatur bleibt stets klar, was gut und was böse ist - niemals wird das Schlechte als nachahmenswert dargestellt, niemals lebt die Geschichte davon, sich am Obszönen, Brutalen oder Lästerlichen zu ergötzen.

Ein Problem besteht allerdings darin, dass die Helden zuweilen den Freitod wählen, um der Tragödie ihres Lebens zu entkommen. Hier muss klar gesagt werden, dass dies kein Ausweg darstellt. Womöglich wählte Shakespeare entsprechende "Lösungen", ukm das Publikum zu schockieren und auf diese Weise zum Nachdenken anzuregen (...)."

Goethe: