Musik

Wir haben schon einmal darüber gesprochen, dass Charlotte Mason inhalts- und fertigkeitsorientierte Fächer unterschieden hat. Das war oder ist auch im Fach Musik so.

Fangen wir mit dem inhaltsorientierten Teil an:

Musik hören

Charlotte hat erkannt, dass nicht jedes Kind ein Musikvirtuose wird , aber sie begriff, dass Kinder durch Musik die Schönheit des Lebens erkennen können - nur durch das Zuhören. 

Erinnere dich, Charlotte Mason sagt, wir sollen mit dem Lernstoff in eine Beziehung treten. Wo spricht ein Komponist besser zu uns, als durch seine Werke?

Ab dem dritten Lebensjahr:

Suche eine Komponisten, der dich anspricht - dessen Musik du magst. Dann suchst du von diesem Komponisten mehrere kurze Stücke aus (das können auch einzelne Sätze aus Sonaten sein). 

Hört euch das (kurze!) Stück bewusst an. Wie reagiert dein Kind? Du brauchst dabei gar nichts anderes tun, lass die Musik zu deinem Kind "sprechen". 

Höre dann immer ein Stück vom gleichen Komponisten über eine längere Zeit als Hintergrund Musik an: beim Schlafengehen, beim Essen, beim Jausnen, beim Basteln, beim Aufräumen. 

Du kannst während dieser Zeit mit deinem Kind auch ein Bilderbuch über diesen Komponisten ansehen. Vergiss nicht, auch in diese Alter die Narration einzubauen. 

Ihr könnt mit diesem Bilderbuch auch Bildbetrachtungen machen, nach der Methode, die wir schon beschrieben haben. 

Zu rhythmischen Stücken könnt ihr klatschen, oder euch bewegen. Besorge Tücher und ihr bewegt die Tücher passend zur Musik. 

Redet darüber wie die Musik wirkt: traurig, lustig, ruhig, laut, ... dazu kann dein Kind die passende Gefühlekarte suchen und so die Sozio-emotionale Entwicklung deines Kindes fördern.

Volksschule

In der Volksschule werden oft Komponisten vorgegeben, die in diesem Schuljahr gelernt werden sollen. Wenn das so ist, dann haltet euch daran. Meist ist es nur einer. Zwei gehen sich aber in einem Schuljahr gut aus.

Wenn du die Musik einschaltest, sagst du deinem Kind jetzt, dass ihr nun Bach hört, oder Mozart, oder was auch immer. Dein Kind verbindet den Namen mit einem Musikstil.

Ihr könnt - gerade bei Leseanfängern - wieder die Bilderbücher aus der Kindergartenzeit nehmen, sie sind deinem Kind vertraut und oft ist es so, dass das Lesen dann mehr Spaß macht, wenn man weiß worum es geht.

Wie immer: haltet euch kurz und orientiere dich an deinem Kind!

Die Narration wird jetzt natürlich genauer als zuvor.

Mittelschule

In der Mittelschule geht es darum Musikstile und Epochen zu lernen. Du kannst das mit dem Geschichtsunterricht verbinden, indem du die passenden Musik als Hintergrundmusik hörst, wenn ihr gerade diese Epoche durchmacht. 

Vielleicht möchtest du auch gleich einen Künstler dieser Zeit miteinbinden?

Wenn du lebendigen Biografien über einen Komponisten liest, denke daran, dass dein Kind spätestens ab der dritten Klasse seine Narration schriftlich macht. Lies nicht zu lange Texte, sondern suche dir aus den Büchern lustige oder spannende Passage aus, die du vorliest. Von Zeit zu Zeit solltest du dein Kind jetzt auch eine Passage selbst lesen lassen, die es dann schriftlich nacherzählt und ihr redet im Anschluss darüber. Das ist der (einzig funktionierende) Weg in die wahre Selbstständigkeit.

Singen

Charlottes Schüler hatten Spaß in ihren kurzen Singeinheiten mehrmals pro Woche. Sie verwendete die „Sol-Fa-Methode“. Im Film „The Sound of Music “wird diese Methode verwendet. Die komplette Methode beinhaltet auch Handzeichen und lehrt die Kinder, genau zuzuhören und später mehrstimmig singen zu können.

Mach dir keine Sorgen darüber, wenn du keine Julie Andrews bist, die ihren Kindern beibringen kann, wie man mehrstimmig singt; es macht immer Freude, mit der gespielten Musik mitzusingen, beim Spielen und auch als Familie gemeinsam zu singen. Der Schlüssel ist, Mut zum Singen zu machen.

Beim Singen könnt ihr vor allem den fertigkeitsorientierten Teil des Musikunterrichts sanft einfliessen lassen: die Notenlehre.

Singt vom Blatt, so wie du mit deinem Kind lesen lernst. Nimm ein euch bekanntes Lied und zeige mit dem Finger auf die Noten die ihr singt.

Spätestens ab der vierten Klasse Volksschule solltet ihr damit anfangen, die Notennamen zu lernen.

Ein Instrument spielen

Charlotte betonte, dass jede Instrumentalstunde drei Aspekte berücksichtigen sollte: Notenlehre, Gehörtraining und der Unterricht am Instrument selbst.

Charlotte sagte auch: „Wenn möglich, lass deine Kinder von den Künstlern, die ihre Arbeit lieben, lernen. Lass nicht zu, dass ein unqualifizierter Lehrer das Fundament dafür legt, was dein Kind einmal in der Zukunft machen wird oder einer, der in deinem Kind nicht die Begeisterung entfachen kann, die das Leben der Kunst ist.“ (Vol. 1, Seite 314)

Ein Musikinstrument zu beherrschen benötigt Übung. Plant diese Zeit in den Alltag ein. Achte darauf, dass dein Kind Freude beim Spielen hat. Das Üben darf kein Zwang sein! Wenn du merkst, dass dein Kind zb zu viele Stücke aufbekommt, dann rede mit dem Lehrer. 15 Minuten JEDEN Tag, ist genug, wenn es mit Freude passiert.

Notenlehre

Wenn dein Kind in die Mittelschule geht, erkundige dich genau über den Prüfungsstoff. Es werden in Österreich einige Schulbücher für das Fach Musik angeboten, die themenmäßig nicht immer übereinstimmen. Frage den Prüfungslehrer, ob er nach einem Buch vorgeht und wenn nicht, welche Themen er in diesem Jahr durchnimmt -  dann gibt es sicher keine bösen Überraschungen.

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